Ein mobiles Bedienmodul, ein Steuerungsmodul sowie ein selbstentwickelter Roboterarm werden dazu nach dem Plug-and_Play-Prinzip zu teilautomatisierten „Klein-Robotzerzellen“ kombiniert.
Foto: Pilz GmbH & Co. KG

Automatisierung

Automatisieren mit neuem Roboterbaukasten

Mit Modulen für die Service-Robotik von Pilz können sich sich Industrieunternehmen ihre Klein-Roboterzelle selbst bauen. Vorgestellt wird das System zur Automatica.

Roboterautomatisierung ist heute schon fester Bestandteil der Fertigung in vielen Unternehmen. Noch häufiger kämen einfache Roboterzellen zum Einsatz, wenn sie sich einfach und schnell selbst zusammnestellen ließen. genau das soll mit den Service-Robotik-Modulen der Pilz GmbH& Co KG in Zukunft möglich sein. Auf der Automatica stellt das Unternehmen ein System vor, mit dem sich Anwender zunächst aus einem mobilen Bedienmodul, einem Manipulator, sprich einen Roboterarm, und einem Steuerungsmodul ihre eigene teilautomatisierte „Klein-Roboterzelle“ oder eine Pick & Place Anwendung selsbt zusammenstellen können. „Damit entwickeln wir uns weiter zum Technologieunternehmen, das komplette Lösungen jetzt auch für die sichere Robotik anbietet“, erklärt Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin der Pilz GmbH & Co.KG.

Wesentliche Merkmale der Robotik-Module seien Offenheit, beispielsweise dank des Software-Frameworks ROS, anwenderfreundliche Bedienung und schnelle Inbetriebnahme nach dem Plug-and-Play-Prinzip, heißt es. So könnten sich Anwender ihre individuelle Service-Roboter-Applikation zusammenstellen.

Manipulator, Steuerungsmodul und Bedienmodul bilden zusammen ein von der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) zertifiziertes Paket nach EN ISO 10218-1 „Industrieroboter — Sicherheitsanforderungen“ und bringen damit alle Voraussetzungen für die Umsetzung sicherer Roboterapplikationen mit. Das erleichtert den Weg zur CE-Kennzeichnung.

Modularer Baukasten für Service-Robotik

Der Manipulator PSIR wurde von Pilz als Roboterarm mit einer Traglast von 6 kg entwickelt. Dank sechs Achsen, einem Gewicht von 20 kg und einer 24-VDC-Stromversorgung ist er für mobile Anwendungen zum Beispiel in Kombination mit einem fahrerlosen Transportsystem (FTS) einsetzbar.

Im Steuerungsmodul PRCM übernimmt ist Antriebs- und Steuerungstechnik von Pilz verbaut, die die Bewegungs- und Sicherheitssteuerung des Roboters übernimmt. Die Modul lassen sich sofort nach dem Verbinden nutzen. Das Steuerungsmodul unterstützt offene Industriekommunikationsprotokolle wie CANopen, Ethercat oder Profibus. Pilz RCM lässt sich sowohl mit den SPS-Sprachen nach IEC 61131-3 als auch über das Open-Source-Framework ROS (Robot Operating System) programmieren und ist damit offen für funktionale Erweiterungen.

Auf Basis des aus dem Forschungsumfeld bekannten ROS-Frameworks hat Pilz Softwaremodule für die Robotersteuerung entwickelt. Die Software bietet Funktionen für die Sensorverarbeitung, Auswertung, Planung und Steuerung von Robotern. Das Ziel ist, ROS auch in industriellen Anwendungen zum Einsatz zu bringen.

Mit dem Bedienmodul PRTM lässt sich der Roboter über eine grafische Benutzeroberfläche sowie der zugehörigen Bedien- und Visualisierungssoftware einfach bedienen. Das Panel bietet die Funktionen Betriebsartenwahl, Not-Halt und Diagnose. Es erlaubt das einfache Einrichten und Teachen des Roboterarms über ein sensitives Touch-Display.

„Als Systemanbieter für die Service-Robotik kann Pilz Anwender bei der Umsetzung ihrer individuellen Roboteranwendungen unterstützen – inklusive der notwendigen sicheren Sensorik sowie der notwendigen Dienstleistungen auf dem Weg zur CE-Kennzeichnung“, fügt sie hinzu.

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