Mit dem Modul Powersort wird das Band auf der  Coil-Laserschneidanlage LXN von Dallan freischwebend geschnitten. Das schafft Raum für Sortiereinrichtungen unter dem Band.
Foto: Dallan

Laserschneiden

Dallan: Schwebend schneiden und direkt sortieren

Mit dem Modul Powersort wird in den Coil-Laseranlagen von Dallan das Band auflagelos geschnitten. Teile lassen sich sofort nach dem Schnitt ausschleusen.

Die Vorteile der Coil-Laserbearbeitung sind bekannt: Bessere Materialausnutzung, effiziente Schachtelung, weniger Verschnitt, Herstellen langer Teile und kostengünstigere Materialbeschaffung. Zu diesen Vorteilen, die Dallan mit der Coil-Laseranlage der LXN-Baureihe umsetzt, kommen jetzt die Vorteile aus einem auflagelosen Schneiden und einer automatischen Ausschleusung jedes Teils direkt nach dem Schneiden. ‚Powersort‘ nennen die Maschinenbauer der italienischen Dallan S.P.A. in Castelfranco die Neuentwicklung. „Eigentlich sind es mehrere Aspekte, die Powersort beim Laserschneiden verbessert“, sagt Andrea Dallan, Geschäftsführer des Unternehmens.

„Einmal das automatisierte Separieren und Sortieren der geschnittenen Teile sowie das Ausschleusen der Stanzabfälle und die Vermeidung des Flashback, der auftritt, wenn der Laserstrahl beim Schneiden auf die Zacken der Auflageleiste trifft und Reflexionen die Oberfläche des Materials schädigen.“ Speziell bei dünnen Blechen vermeide das System zudem Materialschwingungen, die eventuell durch das austretende Lasergas angeregt werden.

Die Lösung ist so einfach wie wirkungsvoll: Das Band wird im Schneidbereich von zwei in Bandrichtung hintereinander angeordneten Klemmleisten horizontal gespannt, sodass es eben ist. Geschnitten wird ins „freischwebende“ Band. Im Raum unter dem Schneidbereich ist reichlich Platz für Abfallbehälter und Förderbänder. Die Steuerung und die hinterlegte Schneidstrategie sorgen für eine optimale Ausnutzung .

Schneiden ohne Auflage

Anlagen zur Bearbeitung direkt vom Coil werden seit 1990 bei Dallan entwickelt, zunächst nur als Coil-Stanzanlagen. Seit etwa 3 Jahren gehören auch Faserlaserschneidanlagen der Baureihe LXN dazu, die sowohl als Standalone-System als auch in Kombination mit einer Coil-Stanzanlage angeboten werden. In den Coil-Laseranlagen wird das Band zunächst vom Vorschub in den Arbeitsbereich gefördert, wo es vom als Förderband ausgeführten Auflageleistensystem übernommen wird. Das Schneiden erfolgt mit einem fliegenden Schneidkopf, der den kompletten Arbeitsbereich überstreicht. Während des Schneidens ist das Band in Ruhe. Der Arbeitstisch ist dabei je nach Ausführung mit einer Länge bis 2.500 mm und einer Breites bis 1.500 mm angeboten.

Werden Teile bearbeitet, die länger sind als der Arbeitstisch, setzt das System nach. Dazu erkennt ein Kamerasystem die Position des Bandes und der darauf bereits ausgeführten Schnitte. Die Steuerungssoftware errechnet, wie die Schnitte fortgesetzt werden müssen und passt die Schneidkopfbewegungen entsprechend an. „Der Versatz liegt“, betont Andrea Dallan, „bei weniger als 0,1 Millimeter. Die längsten bisher geschnittenen Teile sind 12 Meter lang.“

Haspel, Richtanlage und Bandvorschub gehören ebenso zur Anlage wie ein Einschubtisch zum Einschleusen einzelner Tafeln. Nach dem Schneiden verbleiben in der Standardausführung die geschnittenen Teile per Mikrosteg im Restgitter und werden dann komplett mit dem als Förderband ausgeführten Auflagesystem ausgeschleust und an ein weiteres Förderband übergeben. Außerhalb können weitere automatische Absortiereinrichtung mit Saugertraversen vorgesehen sein. Das Ausbrechen der Teile aus den Mikrostegen und das Sortieren erfolgt in aller Regel manuell.

Powersort für dünne Bänder

Das LXN-System arbeitet in seiner Standardausführung bei mehreren Anwendern problemlos, bietet aber in Sachen Automatisierung der Teile-entnahme noch Potenzial. Ein neuer Ansatz ist Powersort, ein automatisches Entnahme- und Sortiersystem, das für Bänder mit Dicken zwischen 0,15 bis 2 mm und einem Schneidbereich von 1.000 mm Länge und 1.500 mm Breite eingesetzt werden kann.

Powersort wird dazu in eine Standard-LXN-Anlage eingefahren, wobei die Auflageleisten vorher demontiert werden. Powersort übernimmt den Bandtransport in den Arbeitsbereich, indem das Bandende von einer Klemmleiste erfasst, über den Arbeitsbereich gezogen, gespannt und beiderseits geklemmt wird. Das Band ist im Arbeitsbereich eben und kann problemlos mit dem Laser geschnitten werden. Die Bandspannung verhindert dabei Vibrationen.

Die in der Software hinterlegte Schneidstrategie ist auf den Einsatz von Powersort abgestimmt. Im ersten Schritt werden alle inneren Konturen geschnitten, sodass die Schneidabfälle in den während dieser Phase unter dem Band befindlichen Abfallsammler fallen. Beim Schneiden der Außenkanten bleiben die Teile zunächst durch Mikrostege mit dem Restgitter verbunden. Vor dem abschließenden Trennen dieser Mikrostege fährt unter den Schneidbereich ein Gurtbandförderer ein, auf dem das ausgelöste Teil abgelegt wird. Der Gurtbandförderer übergibt das Teil an ein Sortiersystem, das die Teile programmgesteuert nach links und recht sortiert und ausschleust. „Powersort läuft seit einigen Monaten bei einem Anwender“, sagt Andrea Dallan. „Mit Erfolg.“

Das System lässt sich als Zusatzmodul an die LXN-Anlage an- oder abkoppeln. Nach einem vergleichsweise einfachen Ausfahren kann die LXN-Anlage in herkömmlicher Weise auch für dickere Bleche betrieben werden. Die Umrüstung erfolgt dabei vergleichsweise schnell.

Von Profilier- und Coillaseranlagen bis zur Automation

Dallan hat Powersort im Rahmen der Feier zum 40-jährigen Bestehen der Dallan S.p.A. vorgestellt und einmal mehr die technologische Vielfalt des Unternehmens aufgezeigt. Die Dallan S.p.A. ist vor allem bekannt für ihre Profiliertechnik bei Blechdicken zwischen 0,2 bis 3 mm sowie ihre Komplettanlagen für Rolläden und Raffstore. Daneben entstanden unter dem Gründer Sergio Dallan im Laufe der Jahre weitere eigenständige Firmen, wie Dalcos für Bandstanzanlagen, Elda für elektrische Komponenten und Software, Simeoni für Rollformwerkzeuge, Toolings und Umformwerkzeuge sowie Ada für Automation und Automationstechnik. Im Jahr 2013 wurden diese unterschiedlichen Aktivitäten in die Dallan S.p.A., was in etwa einer deutschen Aktiengesellschaft entspricht, zusammengeführt. Insbesondere hat Dallan sich seit der Entwicklung und Markteinführung der Laserbearbeitung direkt vom Coil deutlich entwickelt, betont Andrea Dallan.

Das Unternehmen Dallan

Geleitet wird die Dallan S.p.A. heute von Andrea Dallan, dem Sohn des Gründers, den ein Board of Directors, dem auch die Tochter Lucia Dallan angehört, unterstützt. Dallan beschäftigt etwa 150 angestellte Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 30 Mio. Euro im Jahr. „Für die Zukunft stehen die Zeichen auf Wachstum“, sagt Andrea Dallan.

Dallan ist in mehr als 80 Ländern aktiv. Zukunftsprojekte, die sowohl die Produkte als auch die internen Strukturen und Abläufe stetig an die Forderungen des Marktes anpassen sollen, seien bereits angestoßen. Dabei gelten drei grundlegende Regeln: Den Kunden zuhören, starke Partnerschaften aufbauen und dann effektive Lösungen für deren Probleme finden. Das zu erreichen, dafür brauche es den „Human Touch“, betont Andrea Dallan. Letzendlich sei auch Powersort auf diese Weise entstanden.

Volker Albrecht

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