Mit dem pulverbettbasierten Laserschmelzen können Strukturen erzeugt werden, die anders nicht herstellbar wären.
Foto: Prima Additive

Unternehmen

Prima Additive startet mit additiver Fertigungstechnik

Mit dem Geschäftsbereich Prima Additive wird die italienische Prima Industrie zukünftig stärker im Markt für additive Fertigungstechnologien aktiv.

Prima Industrie hat zum ersten Innovationstag am 3. Oktober 2018 im Tech Center in Collegno (TO) die neue Marke Prima Additive offiziell eingeführt und rund 160 Vertretern aus Industrie und Forschung vorgestellt. Prima Additive konzentriert sich auf Komplettlösungen für das pulverbettbasierte Laserschmelzen (Powder Bed Fusion, PBF) und Technologien zum Pulverauftragsschweißen (Direct Metal Deposition, DMD), sowie auf Anwendungsunterstützung und globalen Service. Prima Additive stößt als dritter Bereich zur Prima-Industrie-Gruppe und ergänzt Prima Power (Laser- und Blechbearbeitungsmaschinen) und Prima Electro (Laserquellen und Industrieelektronik).

Die neue Abteilung wird ein neues Werk in der Nähe des Firmensitzes beziehen, das neben Prima Additive Manufacturing auch die Bereiche FuE und ein Application Center beherbergen wird. Die Investition für diese Einrichtung beläuft sich auf knapp 6 Mio. Euro.

Mit der Einführung der neuen Marke zeige das Unternehmen erneut Pioniergeist, betonte Gianfranco Carbonato, Präsident der Prima Industrie Gruppe am Innovationstag: „Ich bin besonders stolz, diese neue Marke zu präsentieren, da sie den Pioniergeist und das Vermächtnis zur Innovation unserer Gruppe stärkt. In den siebziger Jahren folgten wir unserer Vision und stiegen in den Markt für Lasermaschinen für Industrieanwendungen ein, der gerade erst begonnen hatte. Heute erleben wir die Weiterentwicklung dieser Anwendungen der Laser-Metall-Bearbeitung und ihres revolutionären Potenzials.“

Schnell wachsender Markt für additive Fertigungstechniken

Mit Prima Additive wird Prima Industrie offiziell im innovativen und schnell wachsenden Markt der additiven Fertigung für metallische Werkstücke aktiv. Der Markt wurde im Jahr 2017 weltweit auf 7,3 Milliarden Dollar geschätzt, und zwar mit durchschnittlichen Wachstumsrtaten von 22 Prozent pro Jahr. Das Ziel des neuen Bereichs sei einerseits die Entwicklung innovativer Techniken und andererseits der Abbau von Eintrittshürden in die additive Fertigung, heißt es. Prima Power setzt dabei auf sein technologisches Know-how im Laserbereich und seine breite Palette von Dienstleistungen. Hier bietet das Unternehmen Unterstützung sowohl in der Vorentwicklung und Konstruktion als auch in der Prozessoptimierung und -konfiguration bis hin zur Teileprüfung und Einhaltung von Normen sowie beim Bau von Prototypen an.

Verschiedene additive Fertigungstechnologien im Programm

Die Produktpalette von Prima Additive wird die beide additiven Fertigungstechnologien pulverbettbasiertes Laserschmelzen (powder bed fusion, PBF) und Laserauftragsschweißen (direct metal deposition, DMD).

Das Technologieprinzip des PBF-Prozesses ist die Schicht-für-Schicht-Herstellung: die Laserquelle erzeugt thermische Energie, die das Pulvermaterial schmilzt, das sich dann beim Abkühlen verfestigt. Schicht für Schicht wird das Werkstück erstellt. Diese Technik wird hauptsächlich für Bauteile mit komplexen Geometrien angewendet wie beispielsweise in Luft- und Raumfahrt, Biomedizin, bei der Prototypherstellung, für Ersatzteile, in der Gießerei, im Motorsport und in der Fahrzeugindustrie im Allgemeinen. Das Technologieprinzip des DMD-Verfahrens basiert auf einer hohen Prozessgeschwindigkeit: die Laserquelle erzeugt thermische Energie, um das in den Brennpunkt des Laserstrahls gesprühte Pulvermetall zu schmelzen, so dass die Pulverschmelze auf das Bauteil aufgetragen wird. Dieser Prozess eignet sich besonders zum Hinzufügen von Bestandteilen zu bestehenden Werkstücken zur Anpassung, Beschichtung und Reparatur wie bei Öl und Gas, Werkzeugen und beim Gießen.

Während der Veranstaltung wurden neue laserbasierte, anwendungsorientierte Technologien für die Luft- und Raumfahrt vorgestellt und vorgeführt. Diese einzigartigen Lösungen werden den Anwendungsbereich der Prima Power Laserdyne-Produkte insbesondere für das Schweißen weiter vergrößern.

Zur Prima Power Gruppe

Prima Additive stößt als dritter Bereich zur Prima Industrie Gruppe, welche bereits Prima Power und Prima Electro umfasst. Die Gruppe erreicht einen Umsatz von 450 Mio. Euro und beschäftigt weltweit über 1.800 Mitarbeiter. Ihr Know-how und ihre Erfahrung in Lasertechnologien sind einzigartig in der Branche und reichen bis 1978 zurück, als der erste 5-Achs-Laserroboter entwickelt wurde. Heute verfügt Prima Industrie über ein breites Produktportfolio mit 2D- und 3D-Lasersystemen, Stanz- und kombinierten Maschinen, Abkantpressen und Biegemaschinen sowie Automatisierungssystemen mit über 13.000 Installationen auf der ganzen Welt. Ihre Laser-Produktpalette macht über 35 Prozent des Gesamtumsatzes aus, wobei mehr als 25 Prozent von 3D-Lasersystemen stammen.

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