Ferroflex setzt seit August 2017 eine Erlcut E456 ein.
Foto: Erl Automation

Trenntechnik

Ferroflex nutzt Schneidtechnik von Erl Automation

Der Stahllogistiker Ferroflex hat 2017 seine Autogen-Portalschneidanlage ausgetauscht und sammelt seither Erfahrungen mit einer Erlcut-Schneidanlage.

Das Schweizer Stahlhandelsunternehmen Ferroflex hat sich für den Austausch seiner bestehenden Autogen-Portalschneidanlage entschieden. Aus Altersgründen musste sie einer Erlcut Schneidanlage der Erl Automation GmbH weichen – seit August 2017 ist die neue Anlage in Betrieb und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit der Erlcut erzielt Ferroflex bessere Schneidergebnisse als auf der Vorgängeranlage. Zugleich haben sich dank der Teilautomatisierung der Maschine die Bearbeitungszeiten verkürzt und der Bedienkomfort erhöht.

Die 1968 gegründete Ferroflex AG mit Sitz in Rothrist ist einer der führenden Anbieter im Schweizer Stahlhandel. Heute gehört das Unternehmen zusammen mit zehn weiteren Betrieben zur FF-Gruppe, die sich auf den Handel und die Verarbeitung von Stahl und Baumaterialien sowie den Betrieb diverser Handwerkscenter konzentriert. Mit Stahlträgern, Stabstahl, Hohlprofilen, Blechen, Brennteilen und weiteren Stahlprodukten deckt Ferroflex ein sehr breites Produktspektrum ab. Das Unternehmen mit rund 60 Mitarbeitern ist ein klassischer Stahllogistiker, der neben dem Handel mit Stahlprodukten auch unterschiedlichste Dienstleistungen anbietet - vom Brennen und Bohren über Sägen bis hin zum Strahlen und Grundieren. „Wir unterhalten das landesweit umfangreichste Lager an Stahlträgern und verarbeiten Bleche von 8 bis 150 mm Dicke“, erklärt Stephan Gerhard, Betriebsleiter bei Ferroflex. Zum Einsatz kommen die Produkte des Unternehmens überwiegend in der Bauindustrie. Dank der zentralen Lage des Stahlhändlers können sowohl Kunden im In- als auch im angrenzenden Ausland auf direktem Weg versorgt werden.

Anspruchsvolle Aufgabe

Bisher war bei Ferroflex für den Zuschnitt eine Schneidanlage, bestehend aus einem Portal zum Plasmaschneiden und einem Portal zum Autogenschneiden auf einer Laufbahn sowie einem Wasserschneidtisch für Blechformate bis 3.000 x 12.000 mm, im Einsatz. Da die Anlage bereits seit vielen Jahren ihren Dienst verrichtete und den Qualitätsanforderungen aufgrund des fortgeschrittenen Alters nicht mehr vollumfänglich gerecht werden konnte, haben sich die Verantwortlichen bei Ferroflex entschieden, die Schneidanlage schrittweise zu modernisieren - aufgrund der stärkeren Beanspruchung der Autogenschneidanlage, sollte diese zuerst erneuert werden.

Die wesentlichen Anforderungen von Ferroflex bei den Überlegungen zur Beschaffung einer neuen Autogenschneidanlage waren eine hohe Bauteilgenauigkeit sowie ein höherer Automatisierungsgrad, der sich sowohl in einer gesteigerten Produktivität als auch mehr Komfort bei der Anlagenbedienung niederschlägt. Darüber hinaus sollte die neue Maschine die Möglichkeit bieten, Bauteilmarkierungen durchführen zu können, die bislang per Hand erfolgen mussten. Nicht zuletzt sollte die Anlage perfekt auf die bereits bestehenden Komponenten abgestimmt sein. Dazu gehörte neben der Anpassung an das vorhandene Laufbahnsystem und den Wasserschneidtisch auch die Einbindung des bisher genutzten Programmiersystems. Verschiedene Anlagenhersteller haben ihre Lösungen präsentiert, überzeugt hat letztlich das Anlagenkonzept der Erl Automation GmbH: eine Erlcut E5.

Passgenaue Lösung

Der Automatisierungsspezialist für Schweiß- und Schneidtechnik aus dem niederbayerischen Landau hat eine Anlage geliefert, die optimal auf die Gegebenheiten bei Ferroflex abgestimmt ist. Die Erlcut in der Ausführung E546 mit einer Sonder-Spurbreite von 4.600 mm ist ausgestattet mit einem angetriebenen und vier geschleppten Werkzeugstationen mit Autogenschneidbrennern des Typs FIT+ two. Damit ist Ferroflex für Blechdicken von 3 - 250 mm optimal gerüstet, vorwiegend kommt die Anlage jedoch für Bleche ab 25 mm zum Einsatz. Darunter liegende Blechdicken werden weiterhin mit der bestehenden Plasmaanlage geschnitten. Die Erlcut E546 ist darüber hinaus mit einer Werkzeugstation für Bauteilmarkierungen ausgestattet. Mit dem FineMarker von Kjellberg kann Ferroflex neben Markierungen für spätere Bearbeitungsprozesse, wie z. B. das Auftragen von Körnerpunkten für Bohrungen oder Anreißstellen für nachfolgende Trennprozesse, ebenfalls Information wie Teilenummern anbringen. Wie tief diese sein sollen, kann der Anwender jeweils bedarfsabhängig entscheiden. Neben Anlassfarben, die nach der Lackierung nicht mehr zu sehen sind, kann Ferroflex auch tiefe Markierungen umsetzen, die selbst nach der Farbgebung noch zu erkennen sind. Während Bauteile zuvor per Hand markiert werden mussten, kann diesen Arbeitsschritt nun die Maschine übernehmen. Zum Schneiden der Restgitter ist seitlich am Portal ein Schrottbrenner angebracht, der über die Portalanlage versorgt wird.

Die Bedienung der Anlage erfolgt über die Touch-Screen-Steuerung E-Volution mit einem 21 Zoll großem Display und entspiegelter Glasoberfläche für gute Lesbarkeit und ermüdungsfreies Arbeiten. Das Bedienkonzept wird von den Anlagenbedienern bei Ferroflex sehr geschätzt. Nicht nur das große Display erleichtere die Handhabung der Anlage deutlich, sondern auch die Benutzeroberfläche sei leicht verständlich und intuitiv bedienbar, fasst Gerhard die Rückmeldungen der Bediener zusammen. Die Steuerung ist mit einem eigens von Erl entwickelten Konverter ausgestattet, mit dem Programme aller gängigen Schachtelsysteme umgewandelt werden können. Ferroflex kann so sein gewohntes Programmiersystem weiterverwenden und ohne Einarbeitung der Mitarbeiter in eine neue Software die Teileproduktion aufnehmen.

Für eine einfache Handhabung der Maschine sorgt auch die im Lieferumfang enthaltene Prozessdatenbank, die auf der jahrelangen Erfahrung von Erl basiert. Damit sind alle Schneidparameter startbereit hinterlegt, können aber auch jederzeit durch Ferroflex editiert und erweitert werden. Schon nach kurzer Einarbeitungszeit kann so die volle Leistungsfähigkeit der Maschine erzielt werden.

Mehr Produktivität und Bedienkomfort

Nach gut einem halben Jahr Einsatz in der Produktion fällt das Fazit sehr positiv aus. „Zum einen ist die Qualität der geschnittenen Bauteile mit der Erlcut deutlich gestiegen - Schnittoberfläche und Winkel sind im Vergleich zu vorher wesentlich besser. Zum anderen sind weniger Eingriffe durch die Anlagenführer erforderlich und die Bearbeitungszeiten entsprechend kürzer“, resümiert Gerhard. Maßgeblich hierfür sind die Komponenten, die in der Erlcut verbaut sind, wie beispielsweise doppelseitige Zahnstangenantriebe mit bürstenlosen AC-Servo-Motoren, die hervorragende dynamische Eigenschaften mit hoher Konturgenauigkeit bieten. Zudem sind die Steifigkeit des Portals sowie die vollautomatische und präzise Z-Achse für die Genauigkeit der Schneidergebnisse ausschlaggebend.

Des Weiteren ist die Erlcut mit einer automatischen pneumatischen Bandklemmung ausgestattet. Anders als bei der bislang eingesetzten Schneidanlage, werden die vier geschleppten Brennerwagen je nach Programm automatisch im korrekten Abstand an das Stahlband geklemmt. Das ist zum einen in der Handhabung wesentlich komfortabler für den Bediener, zum anderen können Messungenauigkeiten ausgeschlossen und wertvolle Zeit gespart werden.

Während Standard-Portalschneidanlagen auch im Mehrbrennerbetrieb mit nur einem Proportionalventil arbeiten und dadurch das Eingreifen der Bediener beim Zu- und Abschalten von Brennern erfordern, um ein gleichbleibendes Flammenbild sicherzustellen, verfügt die Erlcut über ein Proportionalventil pro Brenner. Dadurch wird im Mehrbrennerbetrieb die Gas- und Sauerstoffmenge automatisch an die Anzahl der verwendeten Brenner angepasst. Eine Korrektur des Flammenbildes seitens der Bediener ist nicht erforderlich und die dadurch entstehenden Einsparungen nicht unerheblich: Angenommen die Einstellung des Flammenbilds nimmt sechs Minuten in Anspruch und der Wechsel von Ein- auf Mehrbrennerbetrieb und umgekehrt erfolgt zweimal täglich, können bei einem Maschinenstundensatz von 100 € / Std. und 220 Arbeitstagen jährlich 4.400 € gespart werden, alleine dadurch, dass die Anpassung des Flammenbildes entfällt. Abgesehen von der Zeit- und Kostenersparnis, erreicht Ferroflex durch das Zusammenspiel der automatischen Bandklemmung und den Einsatz mehrerer Proportionalventile einen deutlich höheren Automatisierungsgrad. Die automatische Brennerzustellung und Ventileinstellung ermöglicht schließlich nahezu beliebige Schachtelungen auf einer Blechtafel.

In absehbarer Zeit soll auch die Plasmaschneidanlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Da Ferroflex die Erl Automation GmbH als zuverlässigen und flexiblen Partner kennengelernt hat, sei es gut möglich, dass auch hier Ferroflex auf die Schneidkompetenz von Erl zurückgreife. (Stefanie Kaufmann)

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